Geschichte

Geschichte der „Alten Schule“ Steinforth-Rubbelrath

Das markante Gebäude in Steinforth-Rubbelrath blickt auf eine über 170-jährige Geschichte zurück. Ursprünglich als Antwort auf den beschwerlichen Schulweg zur Muttergemeinde Liedberg geplant, ist es heute das Herzstück des dörflichen Gemeinschaftslebens.

Gründung und Schulbetrieb (1849–1968)

Nach einem zähen Ringen der Steinforther Bürger gegen bürokratische Widerstände wurde die Schule schließlich im Jahr 1849 eröffnet. Das Gebäude, ein ehemaliges Wohnhaus namens „Prinzen-Erb“, wurde für 800 Taler erworben und für den Schulbetrieb umgebaut.

  • Die Ära Wimmer: Der erste Lehrer, Peter Hubert August Wimmer, prägte die Schule wie kein Zweiter. Er unterrichtete von der Eröffnung 1849 an volle 40 Jahre lang als einziger Lehrer des Ortes.
  • Wachstum: Lange Zeit blieb die Schule einklassig, wobei zeitweise bis zu 98 Kinder gleichzeitig in einem Raum unterrichtet wurden. Erst im Jahr 1925 wurde die Schule offiziell zweiklassig geführt.
  • Herausforderungen: Die Schule überstand wechselvolle Zeiten, vom „Kulturkampf“ im 19. Jahrhundert bis hin zu den Wirren der Weltkriege, bei denen wertvolle Chroniken und Lehrmittel verloren gingen.
  • Der letzte Schulleiter: Heinrich Reinhardt leitete die Schule von 1937 bis zu ihrer Schließung im Jahr 1968 (insgesamt 31 Dienstjahre) und blieb dem Dorf auch danach als engagierter Bürger und Chorleiter verbunden.

Vom Klassenzimmer zur Begegnungsstätte (seit 1968)

Mit der Auflösung der katholischen Volksschule am 31. Juli 1968 endete die Ära des klassischen Unterrichts. Nach Zwischennutzungen durch die Hauptschule Glehn und eine Elektronikfirma begann 1995 ein neues Kapitel:

Seit dem 1. Juli 1995 wird das Gebäude von der St. Sebastianus Bruderschaft Steinforth-Rubbelrath angemietet. Heute dient die „Alte Schule“ als moderne Begegnungsstätte und ist Schauplatz für:

  • Seniorentreffen und Altenkaffee
  • Proben des Kirchenchores
  • Kultur- und Brauchtumsveranstaltungen (z.B. Neujahrshexen)
  • Private Feierlichkeiten und Dorfversammlungen

Die „Alte Schule“ ist heute mehr denn je der Dreh- und Angelpunkt der Dorfgemeinschaft, ein Ort, an dem Geschichte lebendig bleibt und das Miteinander gepflegt wird.